Aller Anfang ist schwer: Die häufigsten Fehler beim Violinspiel

Aller Anfang ist schwer! Und weil die Violine zu den Instrumenten mit der steilsten Lernkurve gehört können Sie als Anfänger hier die meisten Fehler machen - Fehler, die Sie im späteren Verlauf nur schwer oder gar nicht mehr korrigieren können. Aus diesem Grund listen wir Ihnen im Folgenden einige der häufigsten Anfängerfehler auf, an denen Sie alleine oder mit Ihrem Lehrer arbeiten können. Je schneller Sie solche Fehler ausbügeln, desto leichter wird es Ihnen fallen, Fortschritte zu machen und zu dem Spieler zu werden, der Sie gern sein möchten. 

Fehler vor dem Spielen:

  • Den Bogen überspannt: Das geflügelte Wort "den Bogen überspannen" kommt tatsächlich daher. Anfänger spannen den Bogen oft viel zu stark an, manchmal bis er beim kleinsten Druck dann bricht. Der Bogen muss nur so stark gespannt werden, dass die Bogenhaare beim Spielen die Stange nicht berühren - das genügt! Keinesfalls darf der Bogen so stark gespannt werden, dass die Stange fast gerade ist. 
  • Die Schulterstütze falsch platziert: Nicht selten wird die Schulterstütze so tief angesetzt, dass das dem Spieler abgewandte ("untere") Ende auf der Brust aufliegt. Die Stütze muss so platziert werden, dass die Geige auf der Schulter anliegt. Die meisten Schulterstützen können überdies in der Höhe und/oder Neigung angepasst werden. Probieren Sie herum, bis Sie die für Sie (!!!) ideale Position gefunden haben. Sie ist von essentieller Bedeutung für die richtige Haltung beim Spielen. 
  • Zu wenig Kolophon auf dem Bogen: Streichen Sie die Bogenhaare vor der ersten Benutzung ein und später regelmäßig nach, sonst haben Sie Einbußen beim Klangvolumen, Sie produzieren "zu wenig Ton". 
  • Die Geige nicht gestimmt: Anfänger sollten sich angewöhnen, ihre Geige selbst zu stimmen. Dafür gibt es für moderne mobile Geräte (ob Android oder Apple) Apps ("violin tuner"), die meist sogar kostenlos sind. Mit diesen können Sie auch als Anfänger Ihre Geige vor dem Spielen problemlos stimmen. Später lernen Sie im Rahmen des Unterrichts, das Instrument direkt "über die Saiten" zu stimmen. 

Die folgende Liste dient nur als "Denkanstoß" - die Details sollten Sie unbedingt mit Ihrem Lehrer oder mit anderen erfahrenen Spielern besprechen:

  • Falsche Haltung: Eine unkorrekte Haltung kann zu Spannungen und Einschränkungen in der Bewegung führen. Die Geige sollte richtig auf der Schulter und dem Kinn platziert werden (seitlich und hoch, nicht nach vorne und abwärts gerichtet), und der Bogenarm sollte locker und entspannt sein.

  • Intonation: Unsaubere Intonation führt zu schiefen Tönen. Es ist wichtig, die richtige Fingerplatzierung zu üben, um die Töne klar und sauber zu treffen. Nicht nur für Kinder sind deshalb kleine farbige Aufkleber hilfreich, die Sie auf dem Griffbrett aufbringen können und die bestimmte Töne markieren. Solche Aufkleber finden Sie im Zubehörhandel.

  • Bogenführung: Eine schlechte Bogenführung kann zu kratzenden, quietschenden oder gedämpften Tönen führen. Der Bogen sollte parallel zum Griffbrett und in der richtigen Balance gehalten werden, um einen vollen Klang zu erzeugen.

  • Bogendruck: Zu viel oder zu wenig Druck auf den Bogen kann den Ton beeinträchtigen. Ein gleichmäßiger Druck auf den Saiten ist wichtig, um einen klaren Klang zu erzeugen. Gerade bei Kindern fällt auf, dass sie mehr "streicheln" als streichen. So kann keine Geige einen vernünftigen Ton produzieren.

  • Unsaubere Saitenwechsel: Wenn die Saitenwechsel nicht geschmeidig erfolgen, können ungewollte Geräusche entstehen. Das Üben von sauberen Saitenwechseln ist entscheidend, um eine fließende Melodie zu spielen.

  • Rhythmusprobleme: Das Verlieren des Takts oder das Spielen unregelmäßiger Rhythmen kann die musikalische Darbietung beeinträchtigen. Metronom-Übungen sind hilfreich, um ein stabiles Zeitgefühl zu entwickeln.

  • Zu schnelles Spielen: Anfänger neigen dazu, Stücke zu schnell zu spielen, was die Genauigkeit und das musikalische Verständnis behindern kann. Ein angemessenes Tempo zu wählen, ist wichtig, um das Stück vollständig zu beherrschen. Wenn Sie Schwierigkeiten mit einer bestimmten Stelle haben nützt es wenig, das ganze Stück einfach mehrmals hintereinander schnell durchzuspielen. Arbeiten Sie an den Details! 

  • Falsche Bogenartikulation: Der Bogen sollte je nach musikalischem Ausdruck richtig gesteuert werden. Legato, Staccato, Spiccato und andere Bogenarten müssen geübt werden, um die musikalische Interpretation zu verbessern. Hierfür ist die richtige Arm- und Bogenhaltung entscheidend.

  • Mangelnde Dynamik: Wenn die Lautstärke während des Spiels nicht variiert wird, kann die musikalische Darbietung monoton wirken. Es ist wichtig, die Dynamik bewusst zu kontrollieren und unterschiedliche Nuancen einzubringen.

  • Nervosität: Lampenfieber und Aufregung können zu unerwünschten Fehlern führen. Regelmäßiges Vorspiel vor anderen und das Spielen vor Publikum können helfen, mit Nervosität umzugehen.

  • Falsche Tonproduktion: Ein unangemessener Druck oder ein falscher Winkel des Bogens auf den Saiten kann zu einem schwachen und unklaren Klang führen. Eine bewusste Kontrolle der Tonproduktion ist entscheidend für einen schönen Klang.

  • Ignorieren von Technikübungen: Technikübungen, so langweilig diese sein können, sind entscheidend, um das Geigenspiel zu verbessern. Ignorieren dieser Übungen kann die Entwicklung der Spielerin oder des Spielers verlangsamen.

  • Fehlende musikalische Interpretation: Das Geigenspiel geht über bloßes Notenlesen hinaus. Die Musikalität sollte betont werden, um eine emotionale und ausdrucksstarke Darbietung zu erreichen. Haben Sie sich erst einmal die technischen Grundlagen angeeignet und möchten über die Übungsstücke hinaus "echte" Stücke spielen, wird es wichtig, den musikalischen Hintergrund und Zusammenhang des jeweiligen Stücks zu begreifen.

  • Zu wenig oder unregelmäßig üben: Wichtiger als die Dauer einer Geigenübung ist die Regelmäßigkeit. Ein Übungsrhythmus (täglich 15 Minuten, oder alle 2 Tage 20-25 Minuten als Beispiel) ist sehr wichtig, wenn man in absehbarer Zeit hörbare Fortschritte erzielen will. Lehrer werden immer sagen, dass Sie (bzw. Ihr Kind) täglich üben sollen - das setzt Disziplin und Engagement voraus. 

  • Unzureichende Pflege des Instruments: Vernachlässigung der Geige kann zu Problemen mit der Klangqualität und der Spielbarkeit führen. Regelmäßige Wartung und Pflege sind notwendig, um das Instrument in bestem Zustand zu halten. Entfernen Sie deshalb den Kolophoniumsstaub von den Saiten und auf der Decke der Geige regelmäßig!  

Bei einem sehr häufig begangenen Fehler können wir Ihnen nun wirklich helfen: Statt sich eine "Billiggeige" zuzulegen, mit der Sie keine Freude haben werden (weder am Anfang noch danach), bietet Ihnen the violin project eine Auswahl wirklich guter Geigen zu immer noch kleinen Preisen! Ein schlechtes Instrument frustriert jeden Spieler - auch den Anfänger - zusätzlich. Das muss nicht sein!

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